[Rezension] Das Holdeste aller Ungeheuer

Eirene würde alles tun, um ihre kranke Zwillingsschwester Phoebe zu beschützen. Als der mächtige Leandros Phoebe heiraten möchte, bietet Eirene sich selbst an ihrer Stelle an. Doch Leandros stellt eine Bedingung: Eirene muss vier Aufgaben erfüllen, bevor er seine Forderung erfüllt.
Auf seinem Anwesen begegnet Eirene dabei nicht nur Leandros, sondern auch seiner geheimnisvollen Tochter Lamia. Lamia lebt abgeschottet von der Außenwelt und wird von ihrem Vater streng kontrolliert. Je mehr Zeit Eirene mit ihr verbringt, desto mehr beginnt sie zu hinterfragen, was hinter Leandros‘ Geschichten steckt – und wer hier eigentlich das wahre Ungeheuer ist.

Dieses Buch habe ich von meiner Schwester geschenkt bekommen und schon allein der wunderschöne Farbschnitt hat mich direkt angesprochen. Die Autorin war mir bisher völlig unbekannt, aber ich mochte ihren Schreibstil sehr. Er liest sich angenehm und bildhaft und passt wunderbar zu der märchenhaften Atmosphäre der Geschichte.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte an die griechische Mythologie angelehnt ist. Die Elemente rund um die Götter und alten Sagen wurden schön in die Geschichte eingebaut und haben der Handlung etwas Besonderes gegeben.
Sehr schön fand ich außerdem die Beziehung zwischen Eirene und ihrer Schwester Phoebe. Man merkt von Anfang an, wie wichtig die beiden einander sind und wie weit Eirene gehen würde, um ihre Schwester zu beschützen.
Auch die Beziehung, die sich zwischen Eirene und Lamia, der Tochter von Leandros, entwickelt, hat mir gefallen. Die beiden lernen sich langsam kennen und bauen nach und nach eine besondere Verbindung zueinander auf. Gerade dieses langsame Kennenlernen fand ich schön, weil es nicht überstürzt wirkt und man die Entwicklung gut nachvollziehen kann.
Je besser Eirene Lamia kennenlernt, desto mehr erkennt sie, dass hinter dem Mädchen viel mehr steckt, als sie zunächst vermutet. Durch die kleinen Hinweise könnte man anfangs durchaus denken, dass von Lamia eine Gefahr ausgeht. Doch nach und nach versteht man ihre Geschichte und sieht sie mit ganz anderen Augen.
Auch die Charaktere haben mir insgesamt gut gefallen. Sie wirken nicht eindimensional und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Dazu kommen einige schöne Wendungen, mit denen ich teilweise nicht gerechnet habe.
Was mich bei der Romance ein bisschen auf die falsche Fährte geführt hat, war wohl meine eigene Vorstellung. Ich hatte anfangs tatsächlich auf eine Romanze zwischen Eirene und Leandros gehofft. Tja… hätte ich mal genauer aufs Cover geschaut! Zwei Frauen drauf – der Hinweis war eigentlich ziemlich eindeutig. Ich habe ihn nur erfolgreich ignoriert.
Und genau hier liegt wahrscheinlich auch mein größtes Problem mit der Geschichte: Ich bin einfach eine große Romance-Liebhaberin und habe diesen Teil für mich etwas vermisst. Die besondere Verbindung zwischen den Figuren ist schön aufgebaut, aber die romantische Seite nimmt für meinen Geschmack einfach zu wenig Raum ein.
Die Story selbst hat mir trotzdem gefallen. Es gibt tolle Wendungen, interessante Charaktere und die Einbindung der griechischen Mythologie fand ich wirklich gelungen.

Eine tolle Geschichte mit interessanten Charakteren, schönen Wendungen und einer gelungenen Verbindung zur griechischen Mythologie.
Ich kann verstehen, warum das Buch viele Leserinnen begeistert. Für mich persönlich hat allerdings die Romance einen zu kleinen Raum eingenommen – und genau das hat mir beim Lesen gefehlt.
Tolles Buch, tolle Charaktere, tolle Idee – aber leider nicht ganz mein Geschmack.
