[Rezension] Letters of Enchantment, Band 1: Divine Rivals

[Rezension] Letters of Enchantment, Band 1: Divine Rivals

Juli 26, 2026 Aus Von Viktoria162003

Inhalt

Klappentext: Während ein erbarmungsloser Krieg zwischen den Göttern herrscht, versucht die 18-jährige Iris Winnow alles, um ihre Familie über Wasser zu halten. Weil ihr Bruder an der Front vermisst wird, nimmt sie einen Job bei der Oath Gazette an, aber auch der arrogante Roman Kitt hat es auf die begehrte Beförderung zum Kolumnisten abgesehen. Obwohl zwischen ihnen ein erbitterter Wettkampf entsteht, fühlt sich Iris zu ihrem gut aussehenden Rivalen hingezogen. Denn was sie nicht weiß: Roman ist ihr mysteriöser Brieffreund, der durch eine magische Verbindung ihrer Schreibmaschinen mit seinen wunderschönen Worten ihr Herz berührt. Doch der Krieg rückt näher und droht die beiden schon bald zu entzweien …

 

Meinung

Dieses Buch habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen – danach wartete es ein gutes Jahr in meinem Regal darauf, endlich gelesen zu werden. Schon optisch ist es eine absolute Augenweide, besonders durch den wunderschönen Farbschnitt. Mittlerweile kann ich bestätigen: Der Inhalt steht der schönen Optik in nichts nach!

Die Geschichte entführt uns in ein Setting, das an die 1920er-Jahre erinnert. Man holt sich die Zeitung noch am Kiosk, tippt auf Schreibmaschinen und hört Radio. Ihr könnt mir glauben, wie überrascht ich war, als die Handlung plötzlich eine magische Wendung nahm. Das steht zwar so im Klappentext (und ihr habt völlig recht!), aber ich dachte im Vorfeld eher, dass das dort nur metaphorisch gemeint war.

Zu Beginn erfährt man kurz, wie Iris‘ Bruder in den Krieg zieht, bevor die eigentliche Geschichte etwa sechs Monate später einsetzt. Iris arbeitet bei einer Zeitung, vermisst ihren Bruder schrecklich und lebt mit ihrer eigentlich liebenswerten Mutter zusammen, die sich aus Trauer in den Alkohol flüchtet. Das ist tragisch, wird aber dennoch irgendwie herzlich erzählt. Hinzu kommt der ständige Konkurrenzkampf mit ihrem Kollegen Roman, der anfangs ziemlich eingebildet wirkt.

Gott sei Dank lernt man ihn im weiteren Verlauf immer besser kennen. Schon bald finden Iris‘ magische Briefe einen anonymen Empfänger und sie erhält auf ebenso magische Weise Antwort. Das „Warum“ dahinter klärt sich recht schnell auf, und ich finde diese zauberhafte Lösung einfach wunderschön. Als sich die Lage für Iris zu Hause dramatisch zuspitzt – was mich emotional richtig mitgenommen hat –, fasst sie einen Entschluss: Sie geht als Kriegskorrespondentin an die Front, um von dort zu berichten und gleichzeitig nach ihrem Bruder zu suchen.

Ab diesem Zeitpunkt rückt die Suche nach dem Bruder kurzzeitig in den Hintergrund, da viele neue, fesselnde Elemente hinzukommen. Die Handlung hat mich so gebannt, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Auch die sich langsam entwickelnde Romanze zwischen Iris und ihrem Brieffreund war herrlich zu lesen. Ich mochte es sehr, wie die beiden sich Schritt für Schritt näherkamen – diese Verbindung war beim Lesen richtig spürbar. Besonders erfrischend fand ich, dass es hier nicht direkt „zur Sache“ geht. Die Liebesgeschichte ist wunderbar zart erzählt und sorgt für echtes Kribbeln im Bauch.

Das unbeschwerte Glück währt jedoch nicht lange. Obwohl ich so sehr auf ein klassisches Happy End gehofft hatte, lässt das Buch am Ende noch viele Fragen offen. Einige werden zwar beantwortet, aber eben längst nicht alle.

Die Charaktere sind ohnehin die größte Stärke des Buchs. Iris war mir von der ersten Seite an wahnsinnig sympathisch. Sie ist liebenswert, für die damalige Zeit bemerkenswert selbstständig, mutig und einfach ein Charakter zum Liebhaben. Ihre Entscheidungen konnte ich jederzeit nachvollziehen, auch wenn ich insgeheim manchmal auf einen anderen Ausgang gehofft hatte. Roman wandelt sich durch den Perspektivenwechsel vom arroganten Schnösel zum absoluten „Book-Boyfriend“. Ich liebe es, dass er ein Mann des alten Schlags ist und Iris noch richtig den Hof macht. Es tat gut, seine Sicht der Dinge zu erfahren, und ich habe richtig mitgefiebert, als er sich aus den Fängen seines dominanten Vaters befreit hat, um sein wahres Ich zu entfalten. Auch die Nebenfiguren – ob Arbeitskollegen, Soldaten oder Mitbewohner – sind großartig ausgearbeitet. Ihre kleinen Nebengeschichten nehmen nicht viel Raum ein, zaubern aber eine tolle Atmosphäre und hauchen der Welt noch mehr Leben ein.

Das Ende ist mit einem fiesen Cliffhanger wirklich gemein. Zum Glück stand der zweite Band schon bereit, sodass ich direkt weiterlesen konnte!

 

Fazit

Ein wunderschönes Buch, das ich regelrecht verschlungen habe. Ein toller Schreibstil, eine fesselnde, romantische Story und Figuren zum Verlieben. Mich hat die Geschichte komplett gepackt – dafür gibt es begeisterte 5 von 5 Sternen!

 

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