[Rezension] Die Evermore-Reihe, Band 1: Rose in Chains
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Inhalt
Klappentext: Früher einmal herrschte ein brüchiger Frieden zwischen den Reichen Evermore und Bomard. Um ihn zu wahren, besuchten Kinder beider Seiten gemeinsam ein Internat, wo sie ihre magischen Kräfte schulten. Doch dann kam es zum Krieg, und nun haben die dunklen Mächte Bomards gesiegt. Die junge Briony Rosewood gerät mit vielen Frauen ihres Hofes in Gefangenschaft. Ihrer Magie beraubt, werden sie in einer dramatischen Auktion versteigert. Als letzte Prinzessin ihres Hauses, in deren Adern goldenes Blut fließen soll, erzielt Briony den höchsten Preis. Ausgerechnet Toven Hearst soll sie von nun an besitzen. Seine Familie gehört zu den mächtigsten Bomards, und Toven ist Brionys Todfeind. Doch der hochgewachsene Mann mit den silbrig-weißen Haaren ist auch der heimliche Schwarm ihrer Schulzeit …
Meinung
Dieses Buch habe ich mir als Hörspiel gegönnt und ich war wirklich sehr gespannt, weil sich auch der Klappentext sehr gut anhört.
Zu Beginn hat mir die Geschichte wirklich sehr gut gefallen und die Sprecherin im Hörspiel hat auch sehr toll gelesen. Angenehme Stimme, tolle Wiedergabe und schöne Betonung.
Ich mochte es, das man in der Zeit immer wieder hin und her springt und so ein wenig von Briony erfährt und eben auch warum sie für Toven schwärmt. Einfach weil beide schon eine Vorgeschichte haben, was die Romanze oder eben Ihr Gefühl erklären. Auch hat das ganze für Erklärungen im Buch gesorgt, warum diese Spannungen zwischen den Reichen Evermore und Bomard herrscht. Die Welt dabei wurde ebenfalls anschaulich und schön geschildert. Tatsächlich hat mir der Rücksprung in die Vergangenheit am besten am Buch gefallen.
Das erste drittel des Buches handelt um die Gefangennahme und die Versteigerung von Briony. Ich schwankte ein wenig, ob mit das ganze gefallen könnte, läuft es doch immer wieder darauf hinaus das Briony eventuell vergewaltigt wird. Ok – Thematik bei einer Gefangennahme sehr real. Ich muss aber auch dazu sagen, dass es sehr spannend und emotional ist und man natürlich auch mitfiebert.
Genervt hat mich bei der Sache aber, wie sie ihre Flucht selber immer wieder hinauszögert und dann doch wieder in der gleichen Ausgang-Situation steckte, in der sie bereits gewesen ist. Sie flieht, ich dachte, dass es der Geschichte tatsächlich mal eine andere Wendung geben wird und landet quasi genau wieder da wo alles begann. Also waren diese Fluchtversuche für mich nur Seitenfüller, da das bisschen, was man dabei an Informationen bekommt, auch anders hätte herüberbringen können.
Aber Ende gut alles gut, schließlich landet sie bei ihrem Schwarm den mysteriösen, verschlossenen und durchaus gutaussehenden Toven und ich machte mir für das zweite drittel große Hoffnung.
Ich hatte auf spannungsgeladene Kampfszenen gehofft. Heiße aufeinander treffen und prickelnde Enemy to Lover Situationen. Dazu tiefgründige Charaktere mit Temperament, die man einfach Lieben muss. Aber mit der Hoffnung ist es so eine Sache, denn bekommen habe ich etwas ganz anderes.
Weiter ging es mit dem oben genannten Thema Vergewaltigung und das wirklich in so gut wie jedem Kapitel. Emotional und ergreifend ja – aber ABSOLUT nicht so meins! Sie ist in Gefangenschaft und er ist der Typ der sie aus unerfindlichen gründen – er liebt sie wahrscheinlich schon heiß und innig, beschützen möchte.
Dabei wird das Thema Erotik so UN-prickelnd herübergebracht. Sie stellt sich vor wie sie seine Flöte bläst usw. und er gibt bei seinen Kumpels, natürlich Alibi mäßig an, wie gut er es ihr besorgen kann. Prickelnde Romantik ist für mich etwas anderes, auch ging mir das ganze auf den Geist – mit der ständigen Andeuteung von S*X.
Mir ging es einfach gewaltig gegen den Strich, das ich ständig Angst haben musste das irgendjemand gegen seinen Willen zu etwas gezwungen wird, was er nicht will. Sei es die Protagonistin selbst oder einer ihrer Mitstreiterinnen und genau das hat man ständig zu lesen oder geschildert bekommen.
Dadurch haben auch die Charaktere für mich irgendwann ihren reiz verloren. Briony war für mich irgendwann einmal das naive Ding, das ihren Kopf durchsetzen will und ihre Handlungsweise konnte ich gar nicht recht nachvollziehen. Dazu Toven, den ich nach ca. der Hälfte des Buches immer noch genauso gut kannte wie zu Beginn von der ersten Seite wo er auftaucht. Hätte es diese kleinen Zeitabschnitte nicht gegeben hätte er irgendeine Radom-Figur sein können! Auch nervt es mich, das er sich nicht einfach mal auskotzt. Ein Perspektivwechsel hätte hier vielleicht ein wenig geholfen.
Das letzte drittel hab ich dann wirklich nicht mehr hören wollen und das ganze abgebrochen. Ich hatte nicht wirklich das Gefühl in der Geschichte weiter zu kommen und es wurde langatmig zu hören das die beiden sich anheizen aber doch nichts passiert.. Noch dazu diese Thematik die ich einfach so ungern lese und die plumpe unromantische Art. Alles Geschmackssache, doch meinen hat es nicht getroffen. Ich hatte mir anhand des Klappentextes einfach etwas anderes versprochen. Mehr Action, mehr Kampf, mehr Story…
Fazit
Zuerst einmal ist das Hörbuch, das ich gehört habe, toll gesprochen. Die Sprecherin hat eine angenehme Stimme und man kann ihr sehr gut zuhören. Was mir dann aber nicht gefallen hat, ist die Geschichte selbst. Leider hat sie meinen Lesegeschmack so gar nicht getroffen. Ich mochte die Thematik nicht und das ich im Laufe des Hörens nicht wirklich schlauer aus der Situation wurde, das wenige, was ich an Informationen erhalten hatte, konnte mich nicht überzeugen. Auch sank meine Sympathie der Charaktere immer weiter, weswegen ich nach zwei Drittel des Buches abgebrochen habe.
